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digitale Postproduktion - Movie Post-Production - Digitale und softwaregestützte Post-Production
am Beispiel der Eigenproduktion „Schichtwechsel bei Infineon“
1. Grundlagen: Die Produktion beginnt erst nach den Dreharbeiten
Die gedrehten Außenaufnahmen sowie die werksinternen Aufnahmen bei Infineon stellen die grundlegende Basis unserer Eigenproduktion dar; diese ergeben jedoch noch keinen fertigen Film. Denn dieser entsteht erst in der digitalen Nachbearbeitung (der digitalen Postproduktion). Das vorhandene Rohmaterial muss gesichtet, gekürzt, strukturiert und montiert werden. Farben, Bilder, Übergänge und Ton sind zu optimieren oder, abhängig von Faktoren wie Publikation im Internet, wofür das Dateiformat verkleinert werden muss, individuell zu verändern. Der Titel, die Texte, die Effekte, das Schneiden, die Nachvertonung und das finale Exportieren ergeben dann erst den fertigen Film. Auf den folgenden Seiten meiner Seminararbeit möchte ich dem Leser Zugang zum digitalen Film, der mit MiniDV Kameras gedreht wurde, verschaffen und zeigen, dass man auch mit einer erschwinglichen Low-Budget-Film-Ausrüstung einen sehr guten Film drehen, Bearbeiten und Vorführen kann. Das Entscheidende ist nicht, wie teure Produktionen aus z.B. Hollywood vermuten lassen, sehr viel Geld und das weltbeste technische Equipment, sondern eine ausgefeilte Planung, eine gute Vorbereitung und eine koordinierte, reibungsfreie Teamarbeit. Durch meine Schwerpunktsetzung auf die digitale Postproduktion und speziell auf den Schnitt und das Finishing des gesamten Films, möchte ich den technik- und filmbegeisterten Lesern vermitteln, dass die technischen Geräte nur das Handwerkszeug darstellen. Wichtiger sind künstlerische Begabung und ein bestehendes KnowHow, um einen wirklich guten Film zu produzieren. (siehe: Allery, 2006) Dieser Sachverhalt macht deutlich, dass der Einfluss und die Kreativität des Künstlers auf die Produktion und Realisierung eines Films durchaus einen hohen Stellenwert einnimmt. Deshalb gehört die Postproduktion, sei es im Bereich des Schnittes oder der Vertonung, zu den essentiellen und verantwortungsvollen Aufgaben in der Filmproduktion. (siehe: James Monaco, 2004, S. 127) Die Aussage des Herrn Bruder passt hier sehr gut: “Der Schnitt ist einer der wichtigsten Produktionsschritte innerhalb einer Filmproduktion. Eine gute Cutterin kann aus schlecht gedrehtem Material einen noch brauchbaren Film schneiden, während eine schlechte Cutterin aus gutem Material einen schlechten Film erstellen kann.“ (Bruder, 1999, S. 8) Zum generellen Produktionsablauf eines Films:
Im Allgemeinen kann man die Produktion eines Films in drei grundlegende Arbeitsphasen aufdröseln. Allem voran steht die Preproductions-Phase (also das Erstellen des Drehbuchs), dann folgt die Productions-Phase (also die Aufnahme von Ton und Bild) und zuletzt die Postproductions-Phase (also dem Schnitt, der Nachbearbeitung und der Nachvertonung). Auf den folgenden Seiten möchte ich die Vorgehensweise der Postproduktion erklären und anhand der Eigenproduktion „Schichtwechsel bei Infineon“ erläutern.
2. Verschiedene Variationen der Postproduktion Zu Beginn möchte ich zwischen den verschiedenen Variationen der Postproduktion, also der linearen und nonlinearen Technik, unterscheiden, denn die gesamte Entwicklung der Postproduktion lässt sich anhand dieser zwei Begriffe sehr gut aufzeigen. Bei unserer Eigenproduktion „Schichtwechsel bei Infineon“ wurde nur die modernere nonlineare Technik mit Hilfe der Adobe Premiere Pro Software verwendet. Die Produktion lief jedoch nur auf einer Low-Budget-Basis, das heißt ohne jegliche finanzielle Unterstützung von Dritten. Bei der linearen Postproduktion wird am speziellen Schneidecomputer gearbeitet, der Produktionsvorgang erfolgt jedoch mit einer Kopie des Filmmaterials in Form eines Bandes. Der PC ersetzt hierbei nur den klassischen Schneidetisch und das manuelle schneiden. Dieses Verfahren wird in der ausschließlich im Profi-Bereich, beispielsweise bei Kinofilmen, angewandt. (siehe: Gerstmeir, 2003, S. 17) Die einzige und jedoch größte Abweichung von der linearen zur nonlinearen Postproduktion lässt sich wie folgt beschreiben: Beim nonlinear-digitalen Schneiden und Zusammenstellen der Szenen ist der Schnitt wesentlich einfacher rückgängig zu machen als bei der klassischen Filmproduktion. Im Gegensatz dazu wird das Band/Rohmaterial nicht direkt bearbeitet, es werden vielmehr Schnittpunkte kreiert, die sich nur auf das auf den PC kopierte Rohmaterial beziehen. Das Originalmaterial oder das digitalisierte Video wird jedoch im ursprünglichen Zustand belassen. Man kann daher bei der nonlinearen Postproduktion jeden Schritt beliebig oft rückgängig machen und als neuen Film speichern. (siehe: Gerstmeir, 2003, S. 18)
2.1.1 Die passende Hardware Um die voran liegenden und kommenden Punkte dieser Seminararbeit in die Praxis umzusetzen zu können kommt jede Menge Technik zum Einsatz, die im Folgenden kurz aufgezählt wird. Zu einer vollständigen filmerischen Hardware-Basisausrüstung gehören, wie in unserem Filmseminar gelernt, auf jeden Fall: · eine Kamera · ein wirklich stabiles Film-Stativ (für wackelfreie Aufnahmen) · ein externes Mikrofon · ein guter Kopfhörer · ein leistungsstarker Computer (siehe: Abb. 3) · und eine FireWire Steckkarte mit Anschlusskabel Das passende Schnittgerät als absolut essentielle Basis für die Postproduktion (in unserem Fall der Personal Computer): Die Schnitthardware, also der PC, stellt das physische Handwerkszeug bei der digitalen und softwaregestützten Postproduktion dar. (siehe: 2.)
2.1.2 Die richtige Software Da ich bei unserer Eigenproduktion ausschließlich die Software Adobe Premiere Pro zur Postproduktion und für die endgültige Fassung des Films verwendet habe, beziehen sich alle folgenden Punkte nur auf diese Videoschnittsoftware.
Adobe Premiere Pro ist eine hochwertige und professionelle Videoschnittsoftware, die es ermöglicht die komplette Produktion von Video und Audio bei einem Film softwaregestützt, also mit Hilfe dieses Programms, zu gestalten. Die umfangreiche Software für nonlinearen Videoschnitt bietet Bearbeitung in Echtzeit und Frame-genaue Kontrolle für kurze und lange Projekte. (Ein Frame stellt ein einzelnes Bild eines Films dar.) Premiere Pro (siehe Abb. 1 links) unterstützt das Importieren und Exportieren von Bildern und anderen Dateien, wie zum Beispiel die Belegschaftszahlen einer Schicht bei Infineon als Diagramm oder des Logos von Infineon als grafisches Element im GIF, JPEG, oder PNG Format. Ein kleiner Nachteil ist, dass es nur unter Microsoft Windows XP läuft. Vergleichbar mit dem Standardmäßig mitgelieferten MovieMaker von Windows XP jedoch, stellt das Premiere Pro ein sehr mächtiges Tool für die Videonachbearbeitung dar. Weiterhin ist es kompatibel zu der neuesten Videokamera-Hardware, das wird beim Capture-Vorgang sehr deutlich, denn die angeschlossene Kamera wird sofort als solche erkannt und man kann sofort im Premiere Menü auf Aufnahme klicken und dem überspielen des Rohmaterials beginnen. Gerstmeir (2003, S. 17) führt an, das sich andere Softwarepakete nur im Preis, den Effekten und der Effizienz beim bearbeiten unterscheiden. (siehe: Hilfefunktion der Premiere Pro Software, Version 1.5.0.0)
2.1.3 Das Rohmaterial als Basis der Postproduktion Die Aufnahmen, die man mit der Kamera macht und dann digitalisiert bzw. weiterverarbeiten oder nachbearbeiten will, stellen logischerweise die Basis der Postproduktion dar. Dieses Filmmaterial darf niemals beschädigt oder verarbeitet werden, zur Sicherheit sollte man die Kassetten immer vor Witterungsverhältnisse wie Hitze oder Feuchtigkeit schützen. Am besten man fertigt vor jederVerarbeitung erstmal eine Kopie an oder sichert es, wie wir, auf einem separaten externen Datenträger. Unser Rohmaterial, das bei „Schichtwechsel bei Infineon“ gedreht wurde befindet sich auf handlichen und kleinen MiniDV Videokassetten. (DV steht für das Kassettenformat Digital Video)
2.1.4 Vorbereitungen – Der Capture-Vorgang
Bevor man schneiden kann muss man zunächst das vorhandene Video- und Audio-Rohmaterial sichten und dann auf den PC übertragen. Dabei schaut man sich das aufgezeichnete Material auf der Kamera oder dem Aufnahme-Vorschaufenster von Adobe Premiere Pro an, markiert die verwendbaren Sequenzen („Clips“) beziehungsweise spult das Band zu gewünschten Stelle, drückt auf Aufnehmen und überspielt sie auf die Festplatte des Computers, das heißt man „captured“ sie. Beim Capture-Vorgang sollte man auf jeden Fall darauf achten das man ausreichend Festplattenspeicher zu Verfügung hat, denn eine zwei Minuten lange Aufnahme benötigt beispielsweise beim Capturen einen Festplattenspeicher von ca. 600 MB. Premiere Pro bietet aber in dem Capture Fenster einen dynamischen Überblick der verbleibenden Festplattenkapazität an. In der Regel dauert ein Capture-Vorgang bei einer fünf Minuten langen Aufnahme auch fünf Minuten, die Einlesezeit kann mit einem leistungsfähigeren PC verkürzen. Aufgenommene „Clips“ können im Projektfester sofort passend umbenannt werden, dies erleichtert das anordnen der „Clips“ beim schneiden. Zum Beispiel „Werner kommt zu spät die erste“ (siehe: Abb. 2). (siehe: Gerstmeir, 2003, S. 44-45)
2.1.5 Digitale Videoclips und digitaler Rohschnitt bei Premiere Pro Das Vorgehen beim Schneiden von digitalen Videoclips, die einzeln die digitalisierten Sequenzen eines Films darstellen, kann in zwei Abschnitte eingeteilt werden: den Rohschnitt und den Feinschnitt. Der Rohschnitt ist der erste und grundlegende Schritt zum fertigen Film. Bei diesem Verfahren sollte man die wichtigen Szenen ordnen und die Laufzeit optimieren, das heißt die „Clips“ kürzen und in eine chronologisch sinnvolle Reihenfolge bringen. (siehe: Gerstmeir, 2003, S. 50-52) Ich habe die wichtigsten Bearbeitungsschritte beim Rohschnitt in vier Punkte aufgegliedert. 1. Das Rohmaterial wird auf das Speichermedium des Schnittgerätes übertragen. 2. Das digitalisierte Rohmaterial wird in die einzelnen Einstellungen aufgeteilt. 3. Alle brauchbaren Einstellungen des vorhandenen Materials werden auf die gewünschte Länge getrimmt. Die Zeitangabe im Drehbuch sollte dabei nur ein Anhaltspunkt sein. 4. Die getrimmten Filmstücke oder Sequenzen werden nun in der geplanten Reihenfolge angeordnet. Beim Feinschnitt kommen Effekte zum Einsatz, welche die visuelle Seite des Films abrunden. Dies wären Überblendeffekte, Schwarzstreifen für das 16:9 Bildformat, das genaue zeitliche Abstimmen der Clips und viele andere bild- und ablauftechnische Einstellungen. (siehe: Gerstmeir, 2003, S. 69-70) James Monaco fasst den Schnitt, also einen kleinen Teil der Postproduktion, folgendermaßen zusammen: “Das Handwerk des Schneidens besteht darin, aus zwei oder mehreren Aufnahmen derselben Einstellung (takes) zu wählen, die Länge jeder Einstellung festzulegen und ihren Rhythmus sowie den Ton sorgfältig an die geschnittenen Bilder anzupassen“ (James Monaco, 2004, S. 129).
3. Digitaler Tonschnitt
Erst nach dem die Schneidearbeiten an dem Videomaterial komplett abgeschlossen sind, geht es darum einen passenden Soundtrack für den Film zu finden. Dabei sollte man auf jeden Fall die gesetzlichen Richtlinien der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) beachten. Wenn der Film ausschließlich privat aufgeführt wird braucht man keine gesonderte Erlaubnis der GEMA. Während unserer intensiven Recherchen haben wir in Erfahrung gebracht, dass die schulische Aula keine Privatvorführung darstellt und deshalb eine Lizenzgebühr für verwendete Musikstücke abzuführen wäre. Weil das für unseren Low-Budget-Film nicht in Frage kommt, verwenden wir grundsätzlich nur lizenzfreie Musikstücke und Soundeffekte.
3.1 Digitale Audioclips bei Premiere Pro
Die digitalen Audioclips sind bei Premiere Pro analog zu den digitalen Videoclips zu betrachten. Diese werden zuerst in das Projektfenster importiert, dann können sie per Drag & Drop in das Schnittfenster auf Timeline beziehungsweise die Zeitleiste auf die jeweilige Audiospur gezogen werden. Dieser Vorgang ist beim Unterpunkt 3.2 der Seminararbeit illustriert und kommentiert.
3.2 Nachvertonung und Synchronisation der Audiospur
Der gewöhnliche Filmschneider, damit ist Derjenige gemeint, der höchstens mal das Urlaubsvideo für den Vorführabend im eigenen Wohnzimmer zurecht schneidet, schließt sein Filmprojekt mit dem Beenden der Schneidearbeiten meistens ab, denn der Film ist ja fertig geschnitten, mit einigen einfachen Bildübergängen geschmückt und mit Texten versehen. Er lässt jedoch das Nachvertonen weg.
Die Basis der Nachvertonung und eventuell der Synchronisation, beispielsweise das Interview mit Herrn Förster, stellt auf jeden fall der O-Ton (=Originalton) dar. Da die Tonaufnahmen über das interne Mikrofon der MiniDV-Kamera keine perfekte Tonqualität haben, werden solche Tonaufzeichnungen entweder über ein Diktiergerät oder ein Notebook mit externem Mikrofon aufgezeichnet, im Nachhinein digitalisiert und in das bestehende Projektfenster von Adobe Premiere Pro importiert. Per Drag & Drop wird diese neue Audiosequenz (ein Musikstück) in eine Audiospur gezogen (siehe Abb. 6). Auch für andere „Nebengeräusche“, wie die laufende Dusche, oder das permanente Summen der Produktionsanlagen von Infineon, geht man analog vor. Da solche Aufnahmen und speziell die Kommentare der Interviewpartner getrennt aufgenommen werden, muss bei der digitalen Postproduktion auf die Lippensynchronität des Sprechers zum hörenden Ton auf jeden Fall geachtet werden. Da die Audiospur oder der kurze Audioclip des Interviewten bei Premiere Pro genau so getrimmt werden kann wie eine Videosequenz, muss man den Ton dem Bild anpassen. Der Audioclip kann notfalls auch zugeschnitten und auf mehre, untereinander liegende Audiospuren im Schnittfenster verteilt werden. Abb. 6 zeigt das Drag & Drop Verfahren beim Audioclip, analog hierzu sieht das Reinziehen von „Clips“ in die Zeitleiste aus. Da dieser Vorgang meistens Schwierigkeiten bereitet, kann man auch Änderungen am Videoschnitt vornehmen, oder man setzt gezielt an dieser unsynchronen Stelle einen Bildübergang zu einer anderen Szene, Einstellung oder Bild ein. Zur Nachvertonung und Synchronisation der Audiospur gehört auch die Entscheidung, wann man den O-Ton einsetzt und wann ein Musikstück eingespielt wird. Es gibt aber durchaus Stellen in unserer Eigenproduktion an denen der O-Ton und die im nachhinein hinzugefügte Audiodatei gleichzeitig auftreten. (siehe: Monaco, 1980, S. und Allery, 2005)
4. Beschreibung einer Sequenz des Dokumentarfilms „Schichtwechsel bei Infineon“
Nachdem man das so genannte Rohmaterial auf einen Datenträger am Computer übertragen hat, kann man mit dem Schneiden, dem Vertonen und der ganzen Nachbearbeitung des Films beginnen. Dazu verwende ich die Software Adobe Premiere Pro. Der Schritt der Digitalisierung und der Zuweisung des Speicherorts kann auch sofort beim Capture-Vorgang mit dem Aufnahme Fenster von Adobe Premiere Pro erledigt werden (siehe dazu 2.1.4). Nach dem erfolgreichen Einbinden des Rohmaterials in Premiere also in das „Projektfenster“ (siehe Abb. 2), kann man sofort und sehr bequem die Szenen und Bilder mit einer virtuellen Rasierklinge zusammenschneiden, mit der Maus verschieben, also trimmen und die „Clips“ per Drag & Drop so aneinander Fügen, dass ein schöner Handlungsverlauf entsteht. Dann folgen die Entwicklung eines Intros oder die Konzeption des Filmabspanns, sowie die Gestaltung der Textelemente. All diese Elemente kommen bei der Vorstellung des ersten Sabotageversuchs der drei Saboteure vor (siehe: Abb. 7). Laut Konzept stellt man die drei per Standbild vor und beschreibt mit Textelementen was sie vorhaben („Wir versuchen mit allen Mitteln, Werner daran zu hindern pünktlich zur Arbeit bei Infineon zu erscheinen“). Dies stellt eine Art Intro zum ersten Sabotageversuch dar. Als Abspann dieser Sequenz kommt ein Überblendeffekt, die so genannte Blende, gleichzeitig mit dem Schriftzug „Und los!“ zum Einsatz, vorauf auch schon die Schneidetechnik zum Einsatz kommt.
4.1 Schilderung der digitalen Postproduktion an der Schnitttechnik mit Premiere Pro
Nach der Vorstellung der drei Saboteure wird ein Überblendeffekt eingesetzt, der den nächsten Clip einleiten soll. (Das Auto fährt vor und bleibt stehen). Jetzt wird beispielsweise ein harter Schnitt als Szenenübergang zum Aussteigen und dem Einbruch ins Haus verwendet. Gerstmeir (2006, S. 58) spricht hierbei von einem Assemble-Schnitt (siehe: Abb. 8), weil diese Szenen, vom Auto ins Freie und dann ins Haus, eine Aneinanderreihung beziehungsweise eine Zusammensetzung von einzelnen Clips und Szenen darstellen. Hart ist der Schnitt, weil er für den Betrachter des Films deutlich erkennbar eine andere Handlung einleitet (hier: vom Heranfahren zum Aussteigen und Weitergehen).
4.2 Explikation der digitalen Postproduktion an der Tontechnik mit Premiere Pro
Zur Postproduktion eines richtigen Films gehört die Nachvertonung, welche zu einem beeindruckenden und kompletten Gesamtergebnis eines Films führt. Veranschaulicht wird das in der Sequenz mit den drei Saboteuren. Nach der Vorstellung wechselt der Musiktrack, um damit musikalisch die neue Stimmung zu unterstreichen. Die Veränderung geht von seriösem und ruhigem Sound (siehe 1 auf Abb. 9) zum Motorengeräusch des anfahrenden Autos (2), schließlich zum spannungsaufbauenden Track aus „Mission Impossible (3)“ über. Die Intention hierbei war der klassische Spannungsaufbau, der den Zuschauer zur Aufmerksamkeit verlocken soll. Technisch wurde das Ganze mit einer zweiten Audiospur umgesetzt, die in die Zeitleiste hineingezogen wurde. (siehe: Gerstmeir, 2003, S. 88)
5. Ausblick auf Programme und Perspektiven für die Postproduktion
Die Entwicklung der digitalen Postproduktion erkennt man sehr stark an den besonders gestalteten Spezialeffekten. Seit es den Film als solchen gibt hat sich sehr viel verändert, wie zum Beispiel die analoge Basis, das heißt das Drehen eines Films auf meter- gar kilometerlange Filmbänder. Heute ist der moderne Filmemacher nicht mehr zwingend an die linearen Methoden der Nachbearbeitung gebunden, er muss also nicht mehr mit der Rasierklinge die Videobänder schneiden um sie anschließend wieder zusammenzusetzen. Die Filme müssen nicht mehr entwickelt werden, vielmehr werden sie als digitale Daten am Computer abgespeichert und mit softwaregestützten Programmen bearbeitet. Die Mechanik wurde durch den fortschreitenden Digitalisierungsprozess abgelöst. Alle Prozesse der Postproduktion, seien es die Programme oder die Bearbeitungsmöglichkeiten, werden schneller, lukrativer und effizienter. Die Konsequenzen dieses enormen Wandels sind nicht abzusehen. Die Hersteller und Verkäufer von digitaler Technologie werben mit massiven Einsparungen der Filmproduktionskosten – aber die teuersten und auch erfolgreichsten Hollywoodproduktionen entstanden erst mit dem Beginn der digitalen Spezialeffekte. Ich denke dass die digitale Technik in der Zukunft gleichzeitig für viele Enttäuschungen und riesige Erfolge sorgen wird. Während auf der einen Seite die klassischen Filmemacher vom Markt und von der Bildfläche gedrängt werden, können junge motivierte Filmkünstler mit Enthusiasmus die neu entstehende Vielfalt an Möglichkeiten erwarten. Da gehöre ich mit Sicherheit dazu!
Literaturverzeichnis:
Bücher: Bruder, 1999 Bruder John: Handbuch der Postproduktion für Film & Video, der Videoverlag, Bearbeitung Andreas A. Reil, Wesseling 1999, Seite 8
Titel der Originalausgabe >>16mm Film Cutting<<, erschienen bei Focal-Press, London & Boston, im Verlag Butterworth, London
Gerstmeir, 2003 Gerstmeir Peter: DV-Postproduktion, Eine theoretisch-praktische Einführung in den Schnitt die Schnittdramaturgie für digitale Schnittsysteme, mediabook-Verlag 2003, Seiten 8, 17, 18, 44-45, 50-52, 58, 69-70, 88
Monaco, 2005 Monaco James: Film verstehen, Oxford University Press, London/New York 2004, Seite 129
Monaco, 1980 Monaco James: Film verstehen, 1980, Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek/Hamburg 1980
Internet: Allary, 2005 Allary Mathias http://www.movie-college.de/filmschule/ton/nachvertonung.htm Zugegriffen am: 10. August 2006
Allary, 2006 Allary Mathias http://www.movie-college.de/filmschule/postproduktion/index.htm Zugegriffen am: 09. August 2006
Bilder:
Alle Abbildungen und Grafiken die in dieser Seminararbeit vorkommen sind aus dem privaten Bereich von mir. Für das Logo des Schneidesoftware Adobe Premiere Pro wurde eine Lizenzgebühr in Form des Kaufpreises und darf für nicht kommerzielle Zwecke in dieser Form verwendet werden.
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